Das Böllern hat eine traditionsreiche Geschichte, die bis ins ausgehende 15. Jahrhundert zurück reicht. Es galt mit als höchster Achtungserweis, wenn Herrscher und Könige zu Besuch kamen und mit Böllerschüssen empfangen wurden. Den spärlichen Informationen nach hat sich das Böllern aus mehreren Bereichen entwickelt. So sollte es einerseits der Abwehr von bösen Geistern und Dämonen dienen, andererseits sollte es die Lebensfreude zum Ausdruck bringen, wenn Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten anstanden.

Noch heute wird traditionsgemäß zu festlichen privaten und offiziellen Anlässen geböllert. Die Böllergruppe der SSG Röthenbach trifft sich hierfür mit den Böllerschützen aus Behringersdorf und Schwaig und böllert gemeinsam bei Veranstaltungen in Röthenbach, Behringersdorf, Schwaig, Rückersdorf und Renzenhof. In Röthenbach sind sie beim Stadtfest, Blumenfest, bei der Kirchweih und bei der Sonnwendfeier der Flora aktiv. Außerdem böllern sie bei der jährlich stattfindenden Schützenandacht des Gau Nürnberg. Böllertreffen besucht die Gruppe, die unter dem Kommando von Rudi Schätzler steht, sofern sie in der näheren Gegend stattfinden.

Die Böllerabteilung der SSG Röthenbach wurde 1984 gegründet und feiert 2014 ihr 30-Jähriges Bestehen. Momentan sind 8 Mitglieder aktiv.

Als Böllergeräte kommen in der heutigen Zeit überwiegend Standböller, Böllerkanonen sowie Hand- und Schaftböller, die in der Regel von namhaften Böllerherstellern gefertigt werden, zum Einsatz.

Damit das Böllerschiessen nicht zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt wird, muss jeder Böllerschütze die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzen, um Böllerpulver vorschriftsmäßig erwerben, verbringen, aufbewahren, verwenden und vernichten zu können. Diese Kenntnisse muss er in einer Prüfung vor dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt nachweisen.